Schauplätze

Gr. Hamb. Str. altHauptschauplatz ist ein kleines Wohn- und Geschäftshaus in der Großen Hamburger Straße 29 im Bezirk Mitte; gleich neben der damaligen "Jüdischen Knabenschule" (heute: "Jüdisches Gymnasium Moses Mendelssohn").

Damals - in den 20er Jahren - lebten im so genannten "Scheunenviertel" (genauer gesagt in der wegen des Spandauer Tors so genannten "Spandauer Vorstadt") viele jüdische Mitbürger. Der junge Theodor Fontane lebte eine Zeit lang im Haus Nr. 30 (Bild 3: Das Gebäude im 19. Jh.), und gleich nebenan, in der Evangelischen Sophienkirche, predigte am 13. September 1964 der US-amerikanische Menschenrechtler Dr. Martin Luther King. Aufgrund der Tatsache, dass hier Seite an Seite Stätten jüdischer, protestantischer und katholischer Berliner Bürgerinnen und Bürger standen und stehen, hat die Große Hamburger Straße den Beinamen „Toleranzgasse“. 

IMG_2907Rosensterns Laden heute in der Kleinen Hamburger Straße.  Vielleicht beherbergte der heutige Spielzeugladen ja tatsächlich ein Gebrauchtkleidergeschäft wie "Rosensterns Laden"

Bild 2 CCC Schauplatz Goldtstein & LangeEin weiterer Schauplatz in "Champagner, Charleston und Chiffon" - der jedoch auch in "Die Rote Burg" und "Das Palais Reichenbach" eine Rolle spielt, ist das Modehaus Goldtstein & Lange am Hausvogteiplatz 12. 

Das Vorbild für das Modehaus "Goldtstein & Lange" lag allerdings rund 350 m entfernt am Werderschen Markt: Der "Feentempel der Mode" - das Kaufhaus Gerson - war als Hoflieferant in Berlin, Stockholm und St. Petersburg bereits im 19. Jahrhundert eine Berliner Institution. Nach der Jahrhundertwende vollzog Gerson einen Schwenk von traditioneller Gediegenheit zur Moderne: Der Pariser Modeavantgardist Paul Poiret, der die Frauen vom Korsett befreite und ihnen sogar Hosen zugestand, feierte bei Gerson erste Berliner Triumphe. Seine üppigen, orientalisch anmutenden Kreationen  sind auch heute noch der Inbegriff einer glücklichen Allianz von Kunst und Mode.

MiB BERLIN Hausvogteiplatz 12Der Hausvogteiplatz in den 20er Jahren. In den 20ern befand sich am und um dem Platz herum ein regelrechtes Eldorado der Damen- und Herrenausstattungsgeschäfte.

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